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Wie alles begann

Kurz vor meinem 49. Geburtstag war ich an einem Tiefpunkt meines Lebens angelangt. Gesundheitlich am Boden. Ein Bandscheibenvorfall hatte mich in die Knie gezwungen. Beruflich am Boden. Dank Corona waren mir alle, oder zumindest sehr viele meiner Aufträge weggebrochen. Eigentlich sollte es das Jahr meines Durchstartens für die Agentur werden. Und von heute auf morgen war alles ganz anders.

Und schlussendlich auch noch figurmäßig am Boden: aufgrund der gesundheitlichen Beschwerden konnte ich kaum Sport treiben. Die Tatsache, dass es mir nicht so gut ging, kompensierte ich mit ein wenig Süßigkeiten. Und da auch noch die Wechseljahre ganz leise an meine Tür klopfen, machte sich das auf der Waage mit 2-3 Kilo mehr bemerkbar.

Kurz gesagt: ich war alles andere als glücklich. Und so musste ein Ausweg her. 

Der Knoten löste sich wie so oft beim Gassi gehen mit Lizzy, meiner fürchterlich süßen Dalmatiner-Hündin. Ausnahmsweise war ich diesmal mit Kopfhörern unterwegs.

 

Eigentlich ist es nicht mein Ding, mich in der Natur von Musik voll dröhnen zu lassen. Aber an dem Tag hatte ich es einfach gebraucht. Lied Nr. 15 auf meiner Playlist war „Giants“ von Dermot Kennedy.

 

Eine Liedzeile ließ  mich aufhorchen: „We used to be giants. When did we stop?“. Ja, genau, wann hatte das aufgehört? Wahrscheinlich war es eher schleichend. Aber die Zeit, in der wir alles, was wir uns vorgenommen hatten, auch erreichten, war irgendwie passé. Egal ob es eine Wohnung war, die wir mieten wollten und wir bekamen den Zuschlag. Ein Job, auf den ich mich bewarb und ich habe ihn bekommen. Einen Krippenplatz, den wir dringend benötigten. Wir haben Ihn bekommen. Das war alles irgendwie vorbei.

 

Aber genau da wollte ich wieder hin! Nur wie?

Ich erzählte meinem Mann von diesen Gedanken. Und auf die Frage wieso das alles vorbei sei und was ich tun müsse, um wieder so ein „Giant“ zu werden, antwortete er lapidar: „Fühl Dich einfach wie ein Giant. Tu einfach so, als wärst Du einer !“.

 

Aber das ist natürlich leichter gesagt als getan, wenn man vor dem „Scherbenhaufen" seines persönlichen Tiefpunkts steht. Aber ich wollte es unbedingt. Und das war der Startpunkt meines persönlichen Projektes für das kommende Jahr.

 

Ich wollt mir ein Jahr Zeit geben, „the year before 50“, um wieder zurück zur Wahnsinns-Schnecke zu mutieren. In Sachen Figur, in Sachen Erscheinung, in Sachen Selbstbewusstsein. Genau. Ich wollte wieder zurück, wollte wieder ein Giant sein. Und vor allem wollte ich meine Energie wieder finden.

 

Die große Herausforderung dabei: das alles musste familien-konform ablaufen. Sprich, der Rest der Familie und insbesondere die Kinder sollte nicht viel davon mitbekommen. 

Sie hätten das Projekt als Hirngespinst sicherlich ins Lächerliche gezogen und damit ein stückweit auch kaputt gemacht. Große Ernährungsumstellungen oder fancy Diäten, nur auf mich konzentrieren, an irgendwelchen esoterischen Hokuspokus-Seminaren teilzunehmen, war also nicht drin. Heimlich, still und leise wollte ich wider zum Giant werden.

 

Und dieser Blog sollte mir dabei helfen. Ich halte euch weiter auf dem Laufenden,

Eure Suza